Liebe Leserin, lieber Leser,
ist Ihnen das auch aufgefallen? Bis vor einigen Wochen schienen die Bäume noch zu schlafen oder sogar wie abgestorben. Aber dann ging es los, erst ganz zaghaft mit zartem Grün, später mit den Frühlingsblühern und danach mit aller Kraft. In den knorrigsten Ästen erwachte das Leben, so wie bei der Zierkirsche auf dem Foto.
Es ist also nicht zu übersehen, der Frühling hat Einzug gehalten. Selbst mit geschlossenen Augen kann man die Blüten und Blätter erfühlen. Hören und riechen kann man den Frühling auch. Es ist also unmöglich diese Zeichen zu übersehen.
Hinschauen und hinhören fällt uns manchmal schwer. Gerade in der jetzigen Zeit. Nachrichten von Krieg und Krisen können sehr belastend sein, genauso wie die Not der betroffenen Menschen.
Dazu kommt, dass sich schlechte Nachrichten viel schneller verbreiten als gute.
Sie werden laut hinausgeschrien und übertönen alles andere. Gute Nachrichten dagegen sind oft so klein oder leise, dass wir sie übersehen und überhören. Wie schön wäre es, wenn wir mehrmals am Tag darauf hingewiesen würden: „Achtung, hier kommt eine gute Nachricht“! Dann sollten wir sie aber auch weiter erzählen. Kommunikation ist wichtig. Doch gerade das gestaltet sich oft schwierig. Wir reden aneinander vorbei. Dann kommt es zu Unstimmigkeiten oder sogar zum Streit. Manchmal fühlen wir uns überfordert, weil wir allein keine Lösung finden können.
Genau in solche Situationen hinein strahlt das Pfingstgeschehen.
Viele Menschen hatten sich versammelt, um ein Fest zu feiern. Verschiedene Sprachen waren zu hören und entsprechend schwierig war die Verständigung. Auch die Jünger Jesu waren da und einer allein hätte sich ganz bestimmt kein Gehör verschaffen können. Doch dann geschieht etwas. Ein gewaltiger Sturm bricht los und erfüllt die Luft mit lautem Brausen. Niemand kann sich dieser Naturgewalt entziehen. Alle warten gespannt was passiert. Hier versetzt mich diese Erzählung schon zum ersten mal in Erstaunen, denn die normale Reaktion wäre doch fortlaufen und Schutz suchen.
Aber die Menschen bleiben und sie werden Zeugen einer Erscheinung. Feuerzungen erscheinen über den Jüngern. Das Feuer des Heiligen Geistes fängt an, in ihren Herzen zu brennen. Die Jünger brennen aus Begeisterung für Jesus, das bringt sie in Bewegung wie ein Sturm. Sie verlieren ihre Angst und Schüchternheit, wachsen über sich hinaus, fangen an zu erzählen, und es kommt noch besser: Jeder der Anwesenden kann sie in seiner Muttersprache verstehen.
Sie predigen, so wie sie es von Jesus kennen und geben ihre gute Botschaft weiter.
Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes. Jesus lebt, er ist unser Begleiter, unser Fundament, Hoffnung und Halt.
Sie sind wahrhaft begeistert.
Ich wünsche uns allen, dass auch wir diese Kraft des Heiligen Geistes in uns spüren können. Jesus hat ihn uns versprochen, damit wir angstfrei leben können. Damit Trost, Freude, Hoffnung und Liebe stärker werden als Verzweiflung und Angst, auch wenn wir nicht genau wissen, was die Zukunft bringt.
Wir dürfen offen sein für das Feuer des Heiligen Geistes, das uns neue Wege zeigen kann. Denn die gute Nachricht ist: „Jesus lebt“!
Zugegeben, manchmal erscheint uns die Realität wie ein verdorrter Baum und doch zeigen sich plötzlich – wie durch ein Wunder – traumhaft schöne Blüten.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühling und Frühsommer.
Seien Sie BEGEISTERT.
Mit herzlichen Grüßen
Christine Gehrlein, Prädikantin in Wildflecken
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