Pfarrkirche Geroda
Ursprünglich zur Pfarrei Brend gehörend, entstand vermutlich Mitte des 12. Jh. eine Kapelle in Geroda. Der Würzburger Bischof trennte diese von der Mutterkirche und erhob sie am 20. Juli 1345 zur selbständigen Pfarrei. Um 1550 wurde die Reformation in Geroda eingeführt. Der Name „Marienkirche“ stammt voraussichtlich aus vorreformatorischer Zeit und wurde nicht übernommen. Ein Namensgebungsverfahren vor vielen Jahren kam zu keiner Einigung, weshalb die Kirche „Pfarrkirche Geroda“ genannt wird.
Die Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Der massive, frühgotische Turm der ersten Kirche steht noch heute als Chorturm im Osten. In der Nacht zum 15. August 1770 zerstörte ein Blitz einen Großteil des Turmes. Doch erst nach einem Brand 1915 wurde das ursprüngliche Spitzhelmdach durch eine sechseckige Turmpyramide ersetzt. Fünf Jahre später wurde ein Stockwerk aufgesetzt. Nachdem das Kirchturmkreuz massiv in Schieflage geriet und abzustürzen drohte, wurde dieses 2021-2022 repariert und die Halterung verstärkt.
Die Kirche verfügt über insgesamt 4 Glocken mit unterschiedlichem Alter. Die jetzige große Glocke wurde 1748 mit der damaligen großen Glocke und der missglückten neugegossenen kleinen Glocke zusammengegossen. Die drei weiteren jetzigen Glocken stammen aus dem Jahr 1952. Nachdem zwei Glocken aufgrund von Schäden stillgelegt wurden und die Steuerung der Läutemaschine veraltet war, kam es im Jahr 2025 zu einer umfassenden Reparatur.
Im Turmuntergeschoss befindet sich der Chor, der heute als Vorbereitungsraum für Gottesdienste genutzt wird in Ermangelung einer Sakristei. Der Chorraum besitzt ein frühgotisches Sterngewölbe und in der nördlichen Wand eine gotische Sakramentsnische. Die drei Chorfenster wurden in Quedlinburg gemalt.
Der vor Jahren zugemauerte Chorraum wurde 1993 wieder geöffnet, der Altar verblieb jedoch vor dem Torbogen. Auf der linken Seite steht eine hölzerne Kanzel auf einer Steinsäule. Unterhalb der Kanzel befindet sich neben einer historischen Glocke aus dem 14. Jh. ein Gebetsständer, an dem Teelichter entzündet werden können. Auf der rechten Seite befindet sich ein Seitenaltar mit Kruzifix. Links und rechts neben dem Chorbogen sind als Wandmalerei die Wappen der Freiherren von der Tann und der Freiherren von Bibra zu erkennen.
1966 wurden die seitlichen Emporen entfernt und die Bankreihen umgestaltet, so dass nun eine U-Form entstanden ist. Dadurch wirkt die Kirche heller und der in kräftigem Rot gehaltene Taufstein sehr zentral. Er trägt die Jahreszahl 1600. Auf der hinteren Empore, die erhalten blieb, steht die historische Orgel. Ursprünglich in der Stiftskirche Hünfeld wurde sie 1805 nach Geroda verbracht und 1863 durch Georg Markert aus Ostheim umgebaut.
Gegenüber des Eingangs hängt das Bild einer Christusfigur, die mit geöffneten Armen jeden Besucher willkommen heißt.
Kirche Geroda, Kirchberg 4, 97779 Geroda












